Tampere

Tampere, drittgrößte Stadt Finnlands, war schon immer umtriebig, ambitioniert, weltoffen. In der - im Binnenland gelegenen - Stadt begann die finnische Industrialisierung Finnlands und noch immer prägen loftähnliche Backsteingebäude das Zentrum. Wo früher Textilien gefertigt wurden, sind heute Handwerksläden, Cafés und Kulturzentren zu Hause.

Spione und Spitzenmusiker

In den gut erhaltenen Fabrikgebäuden aus rotem Ziegelstein haben sich u.a. sehr sehenswerte Museen angesiedelt. In der ehemaligen Industrieanlage Vapriikki sind gleich mehrere Sammlungen zu sehen – so wie das naturwissenschaftliche Museum, das Puppen- und das Postmuseum. Auf einem früheren Fabrikgelände wurde das finnische Arbeitermuseum Werstas errichtet (kostenlos zugänglich) und zudem gibt es ein Arbeiterviertelmuseum, ein Polizeimuseum und ein Spionagemuseum, in dem Abhörgeräte, Mini-Kameras, Lügendetektoren und Spezialwaffen gezeigt werden.

Musikliebhaber sollten die strahlendweiße Tampere-Halle aufsuchen, die zu den besten und größten Konzerthallen des Landes zählt und in der das Philharmonische Orchester von Tampere zu Hause ist. Nicht minder sehenswert ist der Dom von Tampere, der zwischen 1902 und 1907 im Stil der Nationalromantik errichtet wurde. Das beeindruckende Kirchengebäude aus grauem Granit und das riesengroße Fresko von Magnus Enckell über dem Altar sind faszinierend und befremdlich zugleich.

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Hoch hinaus

Mit 173 Metern ist der Näsinneula der höchste Fernsehturm Nordeuropas. Zu ihm gesellen sich weitere, in den Himmel strebende Gebäude wie der Schornstein von Frenckell (1870), der früher zu einer Papierfabrik gehörte und am Ufer des Flusses Tammerkoskis steht. Der hier im Zentrum so ruhig dahinfließende Wasserlauf ist eigentlich eine Stromschnelle, die die beiden Seen Näsijärvi und Pyhäjärvi miteinander verbindet und dabei einen Höhenunterschied von 18 Metern überbrückt. Der Tammerkoski war somit ein idealer Energielieferant und Basis für die Industrialisierung Finnlands. Heute zählen der Fluss und die Ziegelstein-Fabrikbauten zu den finnischen Nationallandschaften, was bedeutet, dass ihnen ein besonders hoher Stellenwert in Bezug auf die geschichtliche und kulturelle Entwicklung Finnlands zugerechnet wird.

Zwischen den Seen

In und rund um Tampere sind ungefähr 200 Seen zu finden, von denen der Näsijärvi im Norden und der Pyhäjärvi im Süden der Stadt die größten sind. Die Seen lassen sich sehr gut während einer Fahrt mit einem der Ausflugsschiffe erkunden, die von der Anlegestelle am Tammerkoski aus in See stechen. See, Strand, Sauna – das gehört in Finnland einfach zusammen und somit wurden an den Ufern der Seen auch mehrere öffentliche Saunaanlagen erreichtet wie Kaupinoja und Rauhaniemi (mit schönem Badestrand). Die Seen sind von ausgedehnten Wäldern umgeben, in denen einladende Nationalparks zu finden sind. So locken der Nationalpark Seitseminen (eine Autostunde nördlich von Tampere) mit einem großen Netz an Wanderwegen und der Nationalpark Helvetinjärvi in Ruovesi mit tiefen Schluchten und stillen Waldseen. Und natürlich sind in den Wäldern und an den Seen rund um Tampere die schönen, für Finnland typischen Holzhäuser zu finden, die man als Sommer-Ferienhaus mieten kann.

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